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Minijob-Basics21. März 2026Von der Genieportal-Redaktion

Minijob oder Midijob 2026/2027: Unterschiede & was mehr bringt

Minijob oder Midijob? Grenzen 2026 und 2027, Sozialversicherung, Steuern und Netto im Vergleich – mit nachgerechneter Netto-Tabelle bis 2.000 € brutto.

Das Wichtigste in Kürze

  • Minijob 2026: bis 603 € im Monat, ab 2027: bis 633 € – fast ohne Abzüge, aber ohne eigenen Kranken- und Arbeitslosenschutz
  • Midijob: 603,01 bzw. ab 2027 633,01 bis 2.000 € – voll sozialversichert mit reduzierten Beiträgen
  • Kein Netto-Einbruch beim Wechsel: Bei 700 € brutto bleiben rund 670 € vor Lohnsteuer
  • Minijob lohnt sich, wenn du anderweitig versichert bist; Midijob, wenn du eigenen Versicherungsschutz brauchst
  • Mehrere Minijobs werden zusammengerechnet – neben dem Hauptjob bleibt nur der erste abgabenfrei

Aktualisiert 3. Oktober 2026: Dieser Vergleich bündelt jetzt unsere drei bisherigen Artikel zu Minijob und Midijob. Die Netto-Werte sind mit der gesetzlichen Formel für den Übergangsbereich neu berechnet, und die Grenzen ab 2027 sind ergänzt.

Was ist der Unterschied zwischen Minijob und Midijob?

Beide sind ganz normale Arbeitsverhältnisse mit allen Arbeitnehmerrechten – also Urlaub, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und Kündigungsschutz. Der Unterschied liegt bei Verdienst, Steuern und Sozialversicherung: Im Minijob verdienst du bis zu 603 Euro im Monat (2026) und hast praktisch keine Abzüge, bist über den Job aber nicht kranken- und arbeitslosenversichert. Im Midijob verdienst du zwischen 603,01 und 2.000 Euro, bist voll sozialversichert und zahlst dafür reduzierte, langsam ansteigende Beiträge.

Wie unterscheiden sich Minijob und Midijob im direkten Vergleich?

Der Minijob reicht 2026 bis 603 € (ab 2027 bis 633 €), der Midijob darüber bis 2.000 € im Monat. Im Midijob bist du über den Job kranken- und arbeitslosenversichert und zahlst reduzierte Sozialabgaben, im Minijob höchstens 3,6 % Rentenbeitrag.

KriteriumMinijobMidijob
Verdienst 2026bis 603 € im Monat603,01 bis 2.000 € im Monat
Verdienst ab 2027bis 633 € im Monat633,01 bis 2.000 € im Monat
Krankenversicherungkein eigener Schutz aus dem Jobeigener Schutz über den Job
RentenversicherungPflicht (3,6 % Eigenanteil), Befreiung möglichPflicht, volle Rentenansprüche
Arbeitslosenversicherungneinja, mit Anspruch auf Arbeitslosengeld
Lohnsteuermeist pauschal 2 %, vom Arbeitgeber getragennach Steuerklasse
Abgaben des Arbeitgebers (gewerblich)pauschal rund 31 %reguläre Arbeitgeberanteile
Deine Abzügekeine bzw. 3,6 % Rentenbeitragreduzierte Sozialabgaben, steigend bis 2.000 €

Wo liegen die Grenzen 2026 und ab 2027?

Die Minijob-Grenze ist an den Mindestlohn gekoppelt. 2026 liegt sie bei 603 Euro im Monat (7.236 Euro im Jahr). Mit dem Mindestlohn von 14,60 Euro ab dem 1. Januar 2027 steigt sie auf 633 Euro – und der Midijob-Bereich beginnt dann erst bei 633,01 Euro. Die Obergrenze des Übergangsbereichs bleibt bei 2.000 Euro; sie wurde zum 1. Januar 2023 von 1.600 auf 2.000 Euro angehoben. Mehr dazu im Artikel Minijob-Grenze 2027.

Wie viel netto bleibt dir im Minijob und im Midijob?

Die Tabelle zeigt deine Abzüge für die Sozialversicherung im Jahr 2026 – berechnet mit der gesetzlichen Formel für den Übergangsbereich, dem durchschnittlichen Krankenkassen-Zusatzbeitrag von 2,9 Prozent und für Kinderlose ab 23 Jahren (Pflegeversicherung mit Zuschlag).

Brutto im MonatDeine SozialabgabenNetto vor Lohnsteuer
603 € (Minijob, rentenversicherungspflichtig)21,71 €581,29 €
603 € (Minijob, von der Rentenversicherung befreit)0 €603,00 €
700 € (Midijob)30,20 €669,80 €
800 € (Midijob)61,34 €738,66 €
1.000 € (Midijob)123,62 €876,38 €
1.500 € (Midijob)279,31 €1.220,69 €
2.000 € (Obergrenze)435,00 €1.565,00 €

Lohnsteuer: Sie kommt im Midijob je nach Steuerklasse noch dazu. In Steuerklasse I fällt bei niedrigem Midijob-Verdienst meist keine oder nur wenig Lohnsteuer an, weil der Grundfreibetrag greift. Läuft der Midijob neben einem Hauptjob über Steuerklasse VI, wird dagegen schon vom ersten Euro an Lohnsteuer fällig – einen Teil kannst du über die Steuererklärung zurückholen.

Kein Netto-Einbruch beim Wechsel: Seit Oktober 2022 starten deine Sozialabgaben am unteren Ende des Übergangsbereichs bei fast null und steigen bis 2.000 Euro gleitend auf den vollen Satz. Wer von 603 auf 700 Euro geht, hat also auch netto mehr – im Beispiel rund 89 Euro mehr als im rentenversicherungspflichtigen Minijob.

Welche Vorteile hat der Minijob?

Der Minijob ist brutto fast netto: Mit Befreiung von der Rentenversicherung hast du keine Abzüge, bei Pauschalsteuer musst du nichts in die Steuererklärung eintragen. Neben einem Hauptjob bleibt er für dich abgabenfrei und passt gut zu wenigen Wochenstunden.

  • Brutto ist fast netto: Wer sich von der Rentenversicherung befreien lässt, hat keinerlei Abzüge.
  • Steuerlich einfach: Bei Pauschalversteuerung durch den Arbeitgeber musst du den Verdienst nicht in die Steuererklärung eintragen.
  • Neben dem Hauptjob abgabenfrei: Ein Minijob neben einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung bleibt frei von deinen Abgaben.
  • Flexibel: Ideal für wenige Stunden pro Woche neben Schule, Studium oder Rente.

Welche Vorteile hat der Midijob?

Der Midijob bietet dir vollen Schutz in Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung und volle Rentenansprüche trotz reduzierter Beiträge. Du kannst bis 2.000 Euro im Monat verdienen, und er ist oft der Einstieg in eine reguläre Teilzeit- oder Vollzeitstelle.

  • Voller Versicherungsschutz: Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung über den Job.
  • Volle Rentenansprüche trotz reduzierter Beiträge.
  • Mehr Verdienst möglich: bis 2.000 Euro im Monat mit günstigen Beiträgen.
  • Brücke in den Job: Ein Midijob mit mehr Stunden ist oft der Einstieg in eine reguläre Teilzeit- oder Vollzeitstelle.

Wann lohnt sich ein Minijob, wann ein Midijob?

Der Minijob passt, wenn du anderweitig abgesichert bist – zum Beispiel über die Familienversicherung, die studentische Krankenversicherung, die Krankenversicherung der Rentner oder einen Hauptjob – und nur wenige Stunden dazuverdienen willst.

Der Midijob passt, wenn du keine andere Krankenversicherung hast, eigene Rentenansprüche aufbauen willst oder mehr als die Minijob-Grenze verdienen möchtest. Gerade wer sich sonst freiwillig krankenversichern müsste (2026 mindestens rund 270 Euro im Monat), fährt mit einem Midijob meist deutlich besser.

Was passiert, wenn du die Minijob-Grenze überschreitest?

Verdienst du regelmäßig mehr als 603 Euro (ab 2027: 633 Euro), wird aus dem Minijob automatisch ein Midijob. Dein Arbeitgeber meldet dich dann bei deiner Krankenkasse statt bei der Minijob-Zentrale an. Warst du bisher familienversichert, endet die Familienversicherung, weil du über den Job selbst versichert bist. Ein gelegentliches, nicht vorhersehbares Überschreiten in bis zu zwei Monaten im Jahr ist unschädlich.

Lohnen sich mehrere Minijobs oder ist ein Midijob besser?

Mehrere Minijobs werden zusammengerechnet. Liegen sie zusammen über der Minijob-Grenze, sind alle sozialversicherungspflichtig – dann ist ein einzelner Midijob oft die übersichtlichere Lösung. Neben einem Hauptjob bleibt nur der erste Minijob abgabenfrei; jeder weitere wird mit dem Hauptjob zusammengerechnet.

Auf welchen Quellen basiert dieser Artikel?

Minijob-Zentrale (Midijob, Verdienstgrenzen); Formel für den Übergangsbereich nach § 20 Abs. 2a SGB IV; Beitragssätze 2026 laut Bundesgesundheitsministerium (allgemeiner Satz 14,6 %, durchschnittlicher Zusatzbeitrag 2,9 %, Pflege 3,6 % plus 0,6 % für Kinderlose). Stand: 3. Oktober 2026.

Häufige Fragen

Ab welchem Verdienst wird ein Minijob zum Midijob?

Sobald du regelmäßig mehr als 603 Euro im Monat verdienst (ab 1. Januar 2027: mehr als 633 Euro). Der Midijob-Bereich reicht bis 2.000 Euro im Monat; darüber gelten die vollen Sozialabgaben.

Bin ich im Midijob krankenversichert?

Ja. Im Midijob bist du über deinen Arbeitgeber kranken-, pflege-, renten- und arbeitslosenversichert – mit reduzierten Beiträgen, die mit dem Verdienst bis 2.000 Euro ansteigen.

Muss ich im Midijob Steuern zahlen?

Der Midijob wird nach deiner Steuerklasse versteuert. In Steuerklasse I fällt bei niedrigem Verdienst meist keine oder wenig Lohnsteuer an; als Zweitjob in Steuerklasse VI wird dagegen ab dem ersten Euro Lohnsteuer einbehalten.

Lohnt es sich, vom Minijob in den Midijob zu wechseln?

Finanziell ja, sobald du mehr verdienst: Seit 2022 gibt es keinen Netto-Einbruch mehr, weil die Sozialabgaben am unteren Ende fast bei null starten. Bei 700 Euro brutto bleiben rund 670 Euro vor Lohnsteuer. Bist du schon anderweitig versichert und willst nur wenig arbeiten, ist der Minijob oft einfacher.

Kann ich einen Minijob und einen Midijob gleichzeitig haben?

Ja. Neben einem Midijob als Hauptbeschäftigung bleibt ein einzelner Minijob abgabenfrei. Ein zweiter Minijob würde mit dem Midijob zusammengerechnet und sozialversicherungspflichtig.

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Stand: März 2026 · Alle Angaben ohne Gewähr