Welche Versicherungen sind im Minijob Pflicht und wer zahlt sie?
Als Arbeitgeber tragen Sie die Hauptlast der Versicherungsbeiträge im Minijob. Doch welche Versicherungen sind Pflicht, welche optional und was zahlt der Minijobber selbst? Dieser Guide gibt Ihnen einen vollständigen Überblick über alle Versicherungspflichten im Minijob 2026.
Welche Versicherungsbeiträge fallen im Minijob für Arbeitgeber und Minijobber an?
| Versicherung | Arbeitgeber | Minijobber |
|---|---|---|
| Krankenversicherung | 13 % (pauschal) | Keine eigene KV |
| Rentenversicherung | 15 % (pauschal) | 3,6 % Eigenanteil (oder Befreiung) |
| Pflegeversicherung | Keine | Keine |
| Arbeitslosenversicherung | Keine | Keine |
| Unfallversicherung | Ja (BG-Beitrag) | Keine |
Wie hoch ist der pauschale Krankenversicherungsbeitrag im Minijob?
Sie als Arbeitgeber zahlen einen pauschalen Krankenversicherungsbeitrag von 13 % des Bruttolohns. Dieser wird an die Minijob-Zentrale abgeführt.
Wichtig zu wissen: Der Minijobber erhält durch diesen Beitrag keinen eigenen Krankenversicherungsschutz. Er muss anderweitig versichert sein (z. B. Familienversicherung, Hauptjob, studentische Versicherung oder freiwillige Versicherung).
Ausnahme: Wenn der Minijobber nicht gesetzlich krankenversichert ist (z. B. privat versichert), entfällt der 13-%-Pauschalbeitrag.
Wie funktioniert die Rentenversicherung im Minijob und wer kann sich befreien lassen?
Arbeitgeberbeitrag
Sie zahlen einen pauschalen Rentenversicherungsbeitrag von 15 % des Bruttolohns. Dieser ist in jedem Fall zu zahlen, unabhängig davon, ob der Minijobber rentenversicherungspflichtig ist oder sich befreit hat.
Arbeitnehmerbeitrag
Minijobber sind grundsätzlich rentenversicherungspflichtig. Der Eigenanteil des Minijobbers beträgt die Differenz zum vollen Rentenversicherungsbeitrag, also 3,6 % des Bruttolohns (bei 603 Euro ca. 19 Euro pro Monat).
Der Minijobber kann sich schriftlich von der Rentenversicherungspflicht befreien lassen. Dann entfällt der Eigenanteil, und Sie zahlen weiterhin nur den 15-%-Pauschalbeitrag.
Vor- und Nachteile der Befreiung
Wenn der Minijobber versicherungspflichtig bleibt:
- Erwerb vollwertiger Pflichtbeitragszeiten
- Anspruch auf Erwerbsminderungsrente
- Anspruch auf Reha-Leistungen
- Riester-Förderung möglich
Wenn der Minijobber sich befreien lässt:
- Höherer Nettolohn (brutto = netto)
- Keine vollen Rentenansprüche aus dem Minijob
Wer zahlt die Unfallversicherung für Minijobber?
Alle Minijobber sind über die gesetzliche Unfallversicherung abgesichert. Die Beiträge trägt allein der Arbeitgeber:
Gewerblicher Minijob
Der Beitrag zur zuständigen Berufsgenossenschaft ist branchenabhängig und wird separat (nicht über die Minijob-Zentrale) abgeführt. Die Höhe richtet sich nach der Gefahrklasse und dem Entgelt.
Minijob im Privathaushalt
Im Haushaltsscheck-Verfahren ist die Unfallversicherung mit 1,6 % des Bruttolohns bereits in den Pauschalabgaben enthalten.
Welche Umlagen (U1, U2, Insolvenzgeld) zahlen Arbeitgeber im Minijob?
Umlage U1 (Lohnfortzahlung bei Krankheit)
Die Umlage U1 beträgt 1,10 % des Bruttolohns. Sie finanziert die Erstattung der Lohnfortzahlung, wenn Ihr Minijobber krank wird. Im Krankheitsfall erhalten Sie 80 % der Lohnfortzahlungskosten erstattet.
Umlage U2 (Mutterschaftsaufwendungen)
Die Umlage U2 beträgt 0,22 % des Bruttolohns. Sie sichert die Erstattung der Kosten bei Mutterschaft ab. Im Fall von Mutterschutz erhalten Sie den Arbeitgeberzuschuss zum Mutterschaftsgeld zu 100 % erstattet.
Insolvenzgeldumlage
Die Insolvenzgeldumlage beträgt 0,06 % des Bruttolohns. Sie finanziert das Insolvenzgeld, das Arbeitnehmer bei Insolvenz des Arbeitgebers erhalten.
Welche Versicherungsbeiträge gelten für Minijobs im Privathaushalt?
Im Privathaushalt gelten reduzierte Sätze:
- Krankenversicherung: 5 % (statt 13 %)
- Rentenversicherung: 5 % (statt 15 %)
- Unfallversicherung: 1,6 % (in Pauschalabgaben enthalten)
- Pauschsteuer: 2 %
- Umlagen: ca. 1,34 %
- Gesamtabgaben: ca. 14,94 %
Was passiert versicherungsrechtlich, wenn ein Minijobber mehrere Minijobs hat?
Wenn Ihr Minijobber noch andere Minijobs hat und die Verdienste zusammen 603 Euro überschreiten, wird der zweite (und jeder weitere) Minijob sozialversicherungspflichtig. Fragen Sie bei der Einstellung nach weiteren Beschäftigungen.
Ein Minijob neben einer sozialversicherungspflichtigen Hauptbeschäftigung bleibt hingegen abgabenfrei (solange es nur ein Minijob ist).
Welche Meldungen müssen Arbeitgeber für Minijobber abgeben?
Als Arbeitgeber müssen Sie folgende Meldungen abgeben:
- Anmeldung: Bei Beginn der Beschäftigung
- Abmeldung: Bei Ende der Beschäftigung
- Jahresmeldung: Zum Jahresende für die Rentenversicherung
- Änderungsmeldungen: Bei Änderung des Verdienstes oder der Arbeitszeit
Welche Punkte gehören auf die Checkliste zur Versicherungspflicht im Minijob?
- Pauschale Krankenversicherung (13 %) abführen
- Pauschale Rentenversicherung (15 %) abführen
- Befreiungsantrag des Minijobbers zur Rentenversicherung aufbewahren
- Unfallversicherung bei der Berufsgenossenschaft sicherstellen
- Umlagen U1, U2 und Insolvenzgeldumlage zahlen
- Weitere Beschäftigungen des Minijobbers abfragen
- Meldungen fristgerecht abgeben
Was sollten sich Arbeitgeber merken?
Die Versicherungspflicht im Minijob ist klar geregelt. Sie als Arbeitgeber tragen die Hauptlast der Beiträge. Kranken- und Rentenversicherung werden pauschal an die Minijob-Zentrale gezahlt, die Unfallversicherung an die Berufsgenossenschaft. Informieren Sie sich über weitere Beschäftigungen Ihres Minijobbers und beachten Sie die Meldepflichten, dann sind Sie auf der sicheren Seite.