Was kostet ein Minijobber den Arbeitgeber?
Wenn Sie einen Minijobber einstellen, zahlen Sie nicht nur den Bruttolohn, sondern auch pauschale Abgaben an die Minijob-Zentrale. In diesem Ratgeber erfahren Sie, welche Kosten auf Sie als Arbeitgeber zukommen, wie sich die Abgaben zusammensetzen und welche Unterschiede zwischen gewerblichen und privaten Minijobs bestehen.
Wie hoch sind die Abgaben für einen gewerblichen Minijob 2026?
Die pauschalen Abgaben für einen gewerblichen Minijob betragen insgesamt rund 30 Prozent des Bruttolohns. Im Detail:
| Abgabeart | Prozentsatz | Bei 603 Euro |
|---|---|---|
| Krankenversicherung (Pauschalbeitrag) | 13,00 % | 78,39 Euro |
| Rentenversicherung (Pauschalbeitrag) | 15,00 % | 90,45 Euro |
| Pauschale Lohnsteuer | 2,00 % | 12,06 Euro |
| Umlage U1 (Lohnfortzahlung Krankheit) | 0,80 % | 4,82 Euro |
| Umlage U2 (Mutterschaftsaufwendungen) | 0,22 % | 1,33 Euro |
| Insolvenzgeldumlage | 0,15 % | 0,90 Euro |
| Gesamt | ca. 31,17 % | ca. 187,95 Euro |
Stand 2026 (Umlagesätze der Minijob-Zentrale).
Bei einem Bruttolohn von 603 Euro zahlen Sie als Arbeitgeber also rund 188 Euro zusätzlich. Die Gesamtkosten betragen ca. 791 Euro pro Monat.
Wie hoch sind die Abgaben für einen Minijob im Privathaushalt?
Wenn Sie als Privatperson eine Haushaltshilfe beschäftigen, sind die Abgaben deutlich niedriger:
| Abgabeart | Prozentsatz | Bei 603 Euro |
|---|---|---|
| Krankenversicherung | 5,00 % | 30,15 Euro |
| Rentenversicherung | 5,00 % | 30,15 Euro |
| Pauschale Lohnsteuer | 2,00 % | 12,06 Euro |
| Unfallversicherung | 1,60 % | 9,65 Euro |
| Umlagen (U1, U2) | ca. 1,02 % | ca. 6,15 Euro |
| Gesamt | ca. 14,62 % | ca. 88,16 Euro |
Im Privathaushalt betragen die Gesamtkosten bei 603 Euro Bruttolohn also rund 691 Euro pro Monat.
Welche zusätzlichen Kosten kommen beim Minijob auf Arbeitgeber zu?
Neben den pauschalen Abgaben können weitere Kosten anfallen:
Unfallversicherung (gewerblich)
Die Beiträge zur Berufsgenossenschaft sind nicht in den Pauschalabgaben enthalten und werden separat berechnet. Die Höhe hängt von der Branche und der Gefahrklasse ab.
Lohnfortzahlung bei Krankheit
Wenn Ihr Minijobber krank wird, müssen Sie bis zu 6 Wochen den Lohn weiterzahlen. Über die Umlage U1 erhalten Sie einen Teil der Kosten erstattet (in der Regel 80 %).
Bezahlter Urlaub
Auch Minijobber haben Anspruch auf bezahlten Urlaub - mindestens 24 Werktage pro Jahr (anteilig berechnet). Die Urlaubsvergütung zählt zum Verdienst.
Entgeltfortzahlung an Feiertagen
Wenn ein Feiertag auf einen regulären Arbeitstag des Minijobbers fällt, müssen Sie die Feiertagsvergütung zahlen.
Was kostet ein Minijobber den Arbeitgeber im Monat und im Jahr?
Beispiel 1: Aushilfe im Einzelhandel
- Bruttolohn: 603 Euro/Monat
- Pauschale Abgaben: ca. 188 Euro
- Unfallversicherung (BG): ca. 10 Euro
- Gesamtkosten pro Monat: ca. 801 Euro
- Gesamtkosten pro Jahr: ca. 8.604 Euro
Beispiel 2: Bürohilfe 300 Euro
- Bruttolohn: 300 Euro/Monat
- Pauschale Abgaben: ca. 94 Euro
- Unfallversicherung: ca. 5 Euro
- Gesamtkosten pro Monat: ca. 399 Euro
- Gesamtkosten pro Jahr: ca. 4.788 Euro
Beispiel 3: Haushaltshilfe privat
- Bruttolohn: 400 Euro/Monat
- Pauschale Abgaben: ca. 60 Euro
- Gesamtkosten pro Monat: ca. 460 Euro
- Steuerbonus (20 %): ca. 92 Euro/Monat = max. 510 Euro/Jahr
- Effektive Mehrkosten: ca. 17,50 Euro/Monat
Wie können Arbeitgeber die Kosten für einen Minijob senken?
- Privathaushalt: Nutzen Sie das Haushaltsscheck-Verfahren mit niedrigeren Abgaben
- Steuerbonus: Private Arbeitgeber können bis zu 510 Euro/Jahr Steuern sparen
- Umlage U1: Im Krankheitsfall werden bis zu 80 % der Lohnfortzahlung erstattet
- Umlage U2: Mutterschaftsaufwendungen werden zu 100 % erstattet
- Arbeitszeit optimieren: Passen Sie die Stundenzahl an den tatsächlichen Bedarf an
Wann und wie werden die Minijob-Abgaben an die Minijob-Zentrale gezahlt?
Die Abgaben werden per SEPA-Lastschrift von der Minijob-Zentrale eingezogen:
- Gewerbliche Minijobs: Monatlich, bis zum drittletzten Bankarbeitstag des Monats
- Private Minijobs: Halbjährlich (Januar und Juli)
Was sollten sich Arbeitgeber merken?
Ein Minijobber kostet Sie als gewerblicher Arbeitgeber rund 30 % mehr als den reinen Bruttolohn. Bei einem Privathaushalt sind es nur knapp 15 %, abzueglich Steuervorteilen. Kalkulieren Sie die Gesamtkosten von Anfang an ein und nutzen Sie die Erstattungsmöglichkeiten bei Krankheit und Mutterschaft.