Haben Minijobber Anspruch auf bezahlten Urlaub?
Auch Minijobber haben Anspruch auf bezahlten Erholungsurlaub – das Bundesurlaubsgesetz macht keine Ausnahme für geringfügig Beschäftigte. Viele Arbeitgeber wissen das nicht oder berechnen den Anspruch falsch.
Mit welcher Formel berechnen Sie den Urlaubsanspruch von Minijobbern?
Urlaubstage = Gesetzlicher Mindesturlaub × (Arbeitstage pro Woche / 5)
Gesetzlicher Mindesturlaub: 20 Tage bei 5-Tage-Woche (§ 3 BUrlG).
| Arbeitstage/Woche | Urlaubsanspruch/Jahr |
|---|---|
| 5 Tage | 20 Tage |
| 4 Tage | 16 Tage |
| 3 Tage | 12 Tage |
| 2 Tage | 8 Tage |
| 1 Tag | 4 Tage |
Wie berechnen Sie den Urlaub von Minijobbern an Praxis-Beispielen?
Putzfrau, 1x pro Woche: 20 × 1/5 = 4 Urlaubstage pro Jahr. An 4 ihrer regulären Arbeitstage muss sie nicht kommen und wird trotzdem bezahlt.
Verkaufshilfe, 3x pro Woche: 20 × 3/5 = 12 Urlaubstage pro Jahr.
Büroaushilfe, 5x pro Woche je 2h: 20 × 5/5 = 20 Urlaubstage. Ja, voller Urlaubsanspruch, obwohl nur 10h/Woche!
Wie berechnen Sie das Urlaubsentgelt für Minijobber?
Während des Urlaubs wird der Minijobber normal weiterbezahlt. Berechnung: Durchschnittsverdienst der letzten 13 Wochen, geteilt durch die Arbeitstage in diesem Zeitraum, mal Urlaubstage.
Was passiert mit dem Resturlaub eines Minijobbers bei Kündigung?
Nicht genommener Urlaub muss bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses finanziell abgegolten werden (Urlaubsabgeltung). Berechnung: Urlaubstage × Tagesverdienst.
Welche Fehler machen Arbeitgeber beim Urlaub von Minijobbern häufig?
"Minijobber haben keinen Urlaub": Falsch und rechtswidrig. Wird oft erst bei Kündigung zum Problem, wenn der Minijobber Urlaubsabgeltung fordert.
Stunden statt Tage zählen: Urlaub wird in Tagen berechnet, nicht in Stunden. Ein Urlaubstag = ein regulärer Arbeitstag, egal wie viele Stunden.
Urlaubsanspruch bei unregelmäßiger Arbeit: Wenn der Minijobber nicht jede Woche gleich viele Tage arbeitet, nehmen Sie den Durchschnitt der letzten 12 Monate.